Rechtliche Hintergründe

Die elektronische Rechnung: Hintergründe und Anforderungen

Die digitale Agenda der Bundesregierung enthält eine Fülle von Maßnahmen, um die Digitalisierung der Wirtschaft voranzutreiben.

Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist es das Ziel der digitalen Agenda, u. a. die E-Rechnung in Deutschland weiter auszubauen.

EU-Richtlinie

Das Vorantreiben der Digitalisierung ist ein Bestreben der Europäischen Union. Mit der EU-Richtlinie zur elektronischen Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen wurde bereits 2014 der Grundstein für die Förderung der E-Rechnung in Europa gelegt. Der Umsetzungszeitraum für alle  Mitgliedsstaaten ist bis Ende 2018 festgeschrieben.
Die europäischen Länder gehen mit den Vorgaben der EU unterschiedlich um. Österreich hat die EU-Richtlinie bereits im Januar 2014 mit der „E-Rechnung an den Bund“ umgesetzt. Hierfür wurde das vorgeschriebene elektronische E-Rechnungsformat ebInterface eingeführt. 

Digitale Agenda

Die digitale Agenda der Bundesrepublik Deutschland fördert das Thema E-Rechnung vor dem Hintergrund der EU-Richtlinie in Deutschland. Die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung  hat das „Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD)“ gegründet und mit Unterstützung des BMWi das neue Rechnungsformat ZUGFeRD geschaffen.

Das ZUGFeRD-Format ist eines von zahlreichen E-Rechnungsformaten, die in Deutschland im Umlauf sind. 

Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD)“

Um die Rechtssicherheit der E-Rechnungen für den Anwender zu gewährleisten wurden die GoBD als wichtiger Bestandteil beim elektronischen Rechnungsaustausch zwischen Unternehmen bzw. staatlichen Stellen eingeführt. Hier werden die maßgeblichen Anforderungen der Finanzverwaltung an eine IT-gestützte Buchführung vorgegeben.  Eine E-Rechnung ist in Deutschland gesetzeskonform in allen Belangen, wenn sie den GoBD entspricht.

Die GoBD stehen für zwingende Grundsätze** bei der elektronischen Rechnungsstellung:

  • Vollständigkeit: Geschäftsvorfälle sind vollzählig und lückenlos aufzuzeichnen.
  • Richtigkeit: Belege müssen die Geschäftsvorfälle inhaltlich zutreffend abbilden.
  • Zeitgerechte Buchungen und Aufzeichnungen: Zeitnahe Belegsicherung/Sicherstellung der Unverlierbarkeit und Aufzeichnung der Geschäftsvorfälle.
  • Ordnung: Die aufbewahrungspflichtigen Unterlagen müssen geordnet aufbewahrt werden.
  • Unveränderbarkeit: Die GoBD fordern, dass das eingesetzte Datenverarbeitungsverfahren so auszugestalten ist, dass alle Informationen, welche in den Verarbeitungsprozess Eingang gefunden haben, nicht mehr unterdrückt oder ohne Kenntlichmachung überschrieben, gelöscht, geändert oder verfälscht werden dürfen.

Lesen Sie hier die 12 Regeln für den GoBD-konformen elektronischen Rechnungsaustausch!

Der Verband elektronische Rechnung (VeR) hat gemeinsam mit Neopost ein informatives Video für den E-Rechnungsversand in Deutschland und Europa produziert: 

 

 

** Quelle bitkom