Die elektronische Rechnung: Hintergründe und Anforderungen

Die digitale Agenda der Bundesregierung enthält eine Fülle von Maßnahmen, um die Digitalisierung der Wirtschaft voranzutreiben. Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) ist es das Ziel der digitalen Agenda, u. a. die E-Rechnung in Deutschland weiter auszubauen.

E-Rechnungs-Gesetz

Das Vorantreiben der Digitalisierung ist ein Bestreben der Europäischen Union. Mit der EU-Richtlinie zur elektronischen Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen wurde bereits 2014 der Grundstein für die Förderung der E-Rechnung in Europa gelegt.

Im Juli 2016 hat das Budenskabinett das E-Rechnungs-Gesetz des Bundes verabschiedet. Es sieht vor, dass die Rechnungstellung an Behörden und Einrichtungen der Bundesverwaltung durch private Unternehmen zukünftig in elektronischer Form möglich sein soll.

Der "Verband elektronische Rechnung" (VeR) hat am 7.7.2016 eine Pressemitteilung mit dem Titel "GESETZESENTWURF ZUR ELEKTRONISCHEN RECHNUNGSSTELLUNG VERÖFFENTLICHT" herausgegeben. Neopost als Mitglied des Verbandes und Anbieter von Lösungen für den elektronischen Rechnungsaustausch begrüßt diese Entwicklung in Deutschland und stellt Ihnen hier die Pressemitteilung zur Verfügung.

Die europäischen Länder gingen mit den Vorgaben der EU bisher unterschiedlich um. Österreich hat die EU-Richtlinie bereits im Januar 2014 mit der „E-Rechnung an den Bund“ umgesetzt. Hierfür wurde das vorgeschriebene elektronische E-Rechnungsformat ebInterface eingeführt.

Digitale Agenda

Die digitale Agenda der Bundesrepublik Deutschland fördert das Thema E-Rechnung vor dem Hintergrund der EU-Richtlinie in Deutschland. Die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung  hat das „Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD)“ gegründet und mit Unterstützung des BMWi das neue Rechnungsformat ZUGFeRD geschaffen.

Das ZUGFeRD-Format ist eines von zahlreichen E-Rechnungsformaten, die in Deutschland im Umlauf sind. 

Durch das neue E-Rechnungs-Gesetz soll für Deutschland das neue E-Rechnungsstandard XRechnung eingeführt werden. Das BMI und die Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) sollen bereits im Vorfeld die Mach- und Umsetzbarkeit der gesetzlichen Vorgaben sowie des geplanten Standards XRechnung testen. Dies erfolgt durch eine vom VeR bereitgestellte Plattform, über die der Austausch elektronischer Rechnungen simuliert wird und an die eine Vielzahl von Subjekten aus Wirtschaft und Verwaltung angebunden werden können.

So sollen bereits im Vorfeld der Einführung die zu übermittelnden Inhalte und die zugrundeliegenden Formate auf ihre Praxistauglichkeit getestet werden. Die Berücksichtigung unterschiedlichster, am Geschäftsprozess beteiligter Akteure soll zudem die Akzeptanz für die Einführung des neuen E-Rechnungsstandards bei allen Anwendern aus Wirtschaft, Mittelstand und Verwaltung fördern.

Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD)“

Um die Rechtssicherheit der E-Rechnungen für den Anwender zu gewährleisten wurden die GoBD als wichtiger Bestandteil beim elektronischen Rechnungsaustausch zwischen Unternehmen bzw. staatlichen Stellen eingeführt. Hier werden die maßgeblichen Anforderungen der Finanzverwaltung an eine IT-gestützte Buchführung vorgegeben.  Eine E-Rechnung ist in Deutschland gesetzeskonform in allen Belangen, wenn sie den GoBD entspricht.

Die GoBD stehen für zwingende Grundsätze** bei der elektronischen Rechnungsstellung:

  • Vollständigkeit: Geschäftsvorfälle sind vollzählig und lückenlos aufzuzeichnen.
  • Richtigkeit: Belege müssen die Geschäftsvorfälle inhaltlich zutreffend abbilden.
  • Zeitgerechte Buchungen und Aufzeichnungen: Zeitnahe Belegsicherung/Sicherstellung der Unverlierbarkeit und Aufzeichnung der Geschäftsvorfälle.
  • Ordnung: Die aufbewahrungspflichtigen Unterlagen müssen geordnet aufbewahrt werden.
  • Unveränderbarkeit: Die GoBD fordern, dass das eingesetzte Datenverarbeitungsverfahren so auszugestalten ist, dass alle Informationen, welche in den Verarbeitungsprozess Eingang gefunden haben, nicht mehr unterdrückt oder ohne Kenntlichmachung überschrieben, gelöscht, geändert oder verfälscht werden dürfen.

Lesen Sie hier die 12 Regeln für den GoBD-konformen elektronischen Rechnungsaustausch!

Neopost e-Invoicing: E-Rechnungsversand in Deutschland und Europa

Der Verband elektronische Rechnung (VeR) hat gemeinsam mit Neopost ein informatives Video für den E-Rechnungsversand in Deutschland und Europa produziert:

** Quelle bitkom